Der Bioeconomy Austria Summit am 12. November 2025 in Wien zeigte sehr klar:
Bioökonomie ist kein Nischenthema mehr, sondern ein strategischer Hebel für Kostenstabilität, Resilienz und neue Märkte.
Statt abstrakter Klimaziele standen umsetzbare wirtschaftliche Fragen im Mittelpunkt. Beim Summit präsentierten 23 Aussteller aus acht Bundesländern konkrete Beispiele für biobasierte Lösungen – von neuen Materialien über Kreislaufprozesse bis hin zu Produkten, die regionale Wertschöpfung und Ressourcenschonung verbinden.
Ein zentrales Thema des Summits war die Abhängigkeit von fossilen und importierten Rohstoffen.
Diskutiert wurden biobasierte Alternativen, die für Unternehmen messbare Vorteile bringen können:
geringere Abhängigkeit von internationalen Lieferketten
stabilere Rohstoffpreise durch regionale Wertschöpfung
bessere Planbarkeit bei Energie- und Materialkosten
Bioökonomische Materialien und Prozesse wurden nicht als „grüne Ideallösung“, sondern als Risikomanagement-Instrument präsentiert.
Mehrere Praxisbeispiele zeigten, dass Kreislaufwirtschaft wirtschaftlich funktioniert, wenn sie strategisch geplant ist:
Nutzung von Neben- und Abfallströmen als neue Erlösquelle
Rückführung von Materialien in den Produktionsprozess
Reduktion von Entsorgungs- und Beschaffungskosten
Unternehmen, die Kreislaufmodelle früh integrieren, sind besser auf kommende Regulierungen (z. B. EU-Vorgaben) vorbereitet – ohne späteren Kostendruck.
Um die Einführung klimafreundlicher Technologien zu fördern, werden Anreize wie steuerliche Erleichterungen und Kriterien für nachhaltige öffentliche Beschaffung eingeführt. Innovationszentren (Innovation Hubs) sollen Unternehmen bei der Entwicklung sicherer und nachhaltiger Chemikalien unterstützen. Eine neue Advanced Materials Act soll die Innovation im Bereich Hochleistungsmaterialien vorantreiben.
Der Summit machte deutlich:
Bioökonomie betrifft nicht nur Produktion, sondern eröffnet neue Geschäftsmodelle:
biobasierte Produkte mit höherer Wertschöpfung
Dienstleistungen rund um Reparatur, Wiederverwendung und Rücknahme
Kooperationen zwischen Industrie, Startups und Landwirtschaft
Viele dieser Modelle sind KMU-tauglich und erfordern keine komplette Unternehmensumstellung, sondern modulare Schritte.
Ein wiederkehrender Punkt: Kein Unternehmen muss Bioökonomie alleine umsetzen.
Erfolgreiche Beispiele basierten auf:
Partnerschaften mit Forschungseinrichtungen
branchenübergreifenden Kooperationen
regionalen Netzwerken entlang der Wertschöpfungskette
Unternehmerinnen profitieren besonders von Kooperationsmodellen, da sie Investitionsrisiken teilen und Know-how schneller aufbauen können.
Der Summit stellte eine klare Leitfrage in den Raum:
„Welche Teile meines Geschäftsmodells sind heute noch von fossilen oder nicht-erneuerbaren Ressourcen abhängig – und wo kann Bioökonomie mein Unternehmen widerstandsfähiger machen?“
Diese Frage wurde nicht ideologisch, sondern betriebswirtschaftlich diskutiert.
© Text & Fotos:
Gruppenfoto: FHP-Kooperationsplattform Forst Holz Papier/APA-Fotoservice/Hörmandinger
Fotograf/in: Martin Hörmandinger
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