Klimarisikoanalysen 2026: Was Unternehmer:innen jetzt wirklich wissen müssen

Die Anforderungen an Unternehmen im Bereich Klimaberichterstattung steigen massiv. Mit der Einführung der EU-Richtlinie CSRD und den neuen ESRS-Standards müssen Unternehmen erstmals sehr detailliert offenlegen, wie sie mit Klimarisiken, Emissionen und Transformationsstrategien umgehen.

Eine aktuelle Studie von KPMG und dem Center for Accounting Research zeigt: Viele Unternehmen stehen hier noch ganz am Anfang.

Ziel der Studie: 

Da interne Prozesse in Unternehmen von außen nicht direkt sichtbar sind, verfolgt die Studie einen indirekten Ansatz: Sie analysiert die Qualität der veröffentlichten Klimaberichte.

Die zentrale Annahme: Unternehmen, die konkret und detailliert berichten, haben funktionierende interne Prozesse. Unternehmen mit oberflächlicher oder fehlender Berichterstattung haben diese Prozesse meist noch nicht ausreichend etabliert.

Warum das Thema für Unternehmen so relevant ist
Die neuen Berichtspflichten umfassen rund 200 Datenpunkte – von Emissionen über Klimastrategien bis hin zu finanziellen Auswirkungen.

Das bedeutet konkret:

  • Aufbau neuer interner Prozesse
  • Erhebung großer Datenmengen (z. B. Energieverbrauch, Scope-3-Emissionen)
  • Anpassung von IT-Systemen
  • Schulung von Mitarbeitenden

Das ist nicht nur ein Reporting-Thema, sondern ein strategischer Umbau des Unternehmens. Nachstehend finden Sie die wichtigsten Punkte der Studie zusammengefasst. Für mehr Details scrollen Sie zur Präsentation am Ende unseres Artikels.

1. Emissionen werden gut berichtet – der Rest oft nicht

Die meisten Unternehmen berichten ihre Treibhausgasemissionen bereits relativ vollständig.

Aber es wurden fundamentale Defizite dargestellt:

  • Strategien, Ziele und Maßnahmen sind oft unklar oder wenig konkret
  • Übergangspläne fehlen häufig
  • Finanzielle Auswirkungen werden kaum dargestellt

Gerade diese Punkte sind jedoch entscheidend für Investor:innen und Finanzierung.

 

2. Große Lücke bei Klimastrategien und Übergangsplänen

Mehr als die Hälfte der Unternehmen veröffentlicht keinen vollständigen Klima-Übergangsplan.

Das ist problematisch, denn dieser Plan zeigt:

  • Wie das Unternehmen klimaneutral werden will
  • Welche Maßnahmen umgesetzt werden
  • Welche Investitionen notwendig sind

Unternehmen mit klaren Plänen haben nachweislich auch bessere interne Strukturen.

3. Interne Prozesse sind der größte Engpass

Die Studie zeigt deutlich:
Die größte Herausforderung ist nicht das Reporting selbst – sondern die dahinterliegenden Prozesse.

Dazu gehören:

  • Identifikation von Klimarisiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette
  • Integration in Strategie und Geschäftsmodell
  • Definition von KPIs und Zielsystemen
  • Verknüpfung mit Finanzdaten

Viele Unternehmen haben diese Prozesse noch nicht vollständig aufgebaut.

4. Kleine Unternehmen sind besonders gefordert
  • Während große Unternehmen häufiger umfassend berichten, haben kleinere Betriebe oft noch Lücken – insbesondere bei:

    • Szenarioanalysen
    • Resilienzbewertungen
    • strategischer Verankerung

    Das zeigt: Frühzeitiger Aufbau von Strukturen ist ein Wettbewerbsvorteil.

5. Finanzielle Auswirkungen bleiben ein blinder Fleck

Ein besonders kritischer Punkt:
Angaben zu finanziellen Auswirkungen von Klimarisiken fehlen nahezu vollständig.

Dabei sind genau diese Informationen entscheidend für:

  • Banken
  • Investor:innen
  • Förderstellen

Hier besteht in den nächsten Jahren hoher Nachholbedarf.

Zusammenfassung

Die Studie macht klar: Klimaberichterstattung ist kein „Pflichtthema“, sondern ein echter Business-Hebel.

Unternehmen sollten jetzt:

  • Klimarisiken systematisch analysieren
  • Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfung erfassen
  • klare Klimaziele und Maßnahmen definieren
  • interne Verantwortlichkeiten festlegen
  • Klimathemen in die Unternehmensstrategie integrieren

Denn: Gute Berichterstattung ist das Ergebnis guter Unternehmensführung – nicht umgekehrt.

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