Volkswirtschaftliche Schäden durch CO2-Ausstoss deutlich höher als bisher angenommen

Eine neue Studie des US National Bureau of Economic Research (NBER) kommt zu dem Schluss, dass die wirtschaftlichen Schäden durch CO₂-Emissionen deutlich höher sind als bisher angenommen.

Wenn die neuen Berechnungen zutreffen, ist Klimaschutz nicht nur eine ökologische oder moralische Frage, sondern auch aus rein wirtschaftlicher Sicht wesentlich lohnender als bisher angenommen. Gleichzeitig unterschätzen die heutigen CO₂-Preise die tatsächlichen Folgekosten der Emissionen erheblich.

Kernaussagen:
  • Soziale Kosten von CO₂: etwa 1.200 US-Dollar pro Tonne, mit einer Bandbreite von 600–2.400 USD. Frühere Schätzungen lagen bei nur etwa 149 USD.
  • Klimawandel und BIP: Eine globale Erwärmung um 1 °C könnte rund 20 % der weltweiten Wirtschaftsleistung kosten.
  • Warum die Kosten höher ausfallen: Die neue Berechnung berücksichtigt zusätzlich die Erwärmung der Ozeane und die dadurch steigende globale Luftfeuchtigkeit. Diese verstärkt Extremwetter wie Dürren und Wirbelstürme.
  • Klimaschutz könnte sich wirtschaftlich rechnen: Am Beispiel der USA ergibt sich ein deutlich höherer eigener wirtschaftlicher Nutzen der CO₂-Vermeidung. Dadurch könnten nationale wirtschaftliche Anreize für Klimaschutz entstehen – unabhängig von internationalen Abkommen.
  • CO₂-Preise sind bislang zu niedrig: Die Preise im EU-Emissionshandel (EU ETS) von grob 60–90 €/t liegen deutlich unter den laut Studie angemessenen gesellschaftlichen Kosten.
Grafik im Detail

Die bisherigen Berechnungen haben die wirtschaftlichen Schäden des CO₂-Ausstoßes offenbar massiv unterschätzt. Nach der neuen Berechnung sind die volkswirtschaftlichen Kosten der Klimakrise enorm und in ihrer Größenordnung mit der Wirtschaftsleistung großer Volkswirtschaften vergleichbar.

Diagramm EFAKostenCO2