Solarenergie, Elektrofahrzeuge und andere saubere Energietechnologien trieben 2025 mehr als ein Drittel des Wachstums in Chinas Wirtschaft an und mehr als 90 Prozent des Investitionsanstiegs. Die Sektoren sauberer Energie trugen rekordhohe 15,4 Billionen Yuan oder 2,1 Billionen Dollar im Jahr 2025 bei, rund 11,4 Prozent von Chinas Bruttoinlandsprodukt, vergleichbar mit den Volkswirtschaften Brasiliens oder Kanadas.
Die neue Analyse für Carbon Brief, basierend auf offiziellen Zahlen, Industriedaten und Analystenberichten, zeigt, dass Chinas Sektoren sauberer Energie sich zwischen 2022 und 2025 nahezu verdoppelt haben und – wären sie ein Land – nun die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt wären.
Ohne den Boom sauberer Energie hätte China sein Wirtschaftswachstumsziel von rund fünf Prozent im Jahr 2025 verfehlt – das Wachstum läge stattdessen bei etwa 3,5 Prozent. Die Branche wächst deutlich schneller als die Gesamtwirtschaft und beschleunigte ihr Wachstum von 12 Prozent (2024) auf 18 Prozent (2025).
Vor allem die „neuen großen Drei“ – Elektrofahrzeuge, Batterien und Solarenergie – dominieren den Sektor. Sie generieren rund zwei Drittel der Wertschöpfung und ziehen mehr als die Hälfte der Investitionen an. Insgesamt investierte China 2025 rund eine Billion US-Dollar in saubere Energie – etwa viermal so viel wie in fossile Energien.
Elektrofahrzeuge und Batterien sind die stärksten Wachstumstreiber und machen rund 44 Prozent der Wertschöpfung aus. Die Produktion von E-Autos und Plug-in-Hybriden wuchs um 29 Prozent. Gleichzeitig steigt ihr Marktanteil rasant: 48 Prozent aller Neuwagenverkäufe entfallen bereits auf Elektrofahrzeuge.
Auch die Solarbranche bleibt zentral. Sie trägt rund 19 Prozent zur Wertschöpfung bei, während China 2025 Rekordwerte beim Ausbau erneuerbarer Energie erreichte: 315 Gigawatt Solar- und 119 Gigawatt Windkraft wurden neu installiert. Nicht-fossile Energie deckt inzwischen 42 Prozent der Stromerzeugung.
Lauri Myllyvirta, leitender Analyst am Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA), und seine Kollegin Belinda Schaepe, China-Politikanalystin, erklären in ihrer Analyse, dass laufende Investitionen von Hunderten Milliarden Dollar in die Fertigung sauberer Energie eine gigantische wirtschaftliche und finanzielle Wette auf eine fortgesetzte globale Energiewende darstellen. Zusätzlich zu den in diesem Artikel behandelten inländischen Investitionen tätigen chinesische Firmen große Investitionen in die Fertigung im Ausland.
Trotz des Booms gibt es zunehmende Unsicherheiten. Neue Preissysteme zwingen erneuerbare Energien, direkt mit Kohlekraft zu konkurrieren, was Investitionen erschwert. Gleichzeitig bestehen Überkapazitäten – insbesondere in der Solarproduktion – und sinkende Preise drücken auf die Rentabilität.
Dennoch bleibt der Sektor zentral für Chinas Wirtschaft: Saubere Energie trug in den letzten Jahren bis zu 40 Prozent zum Wirtschaftswachstum bei. Hohe Investitionen im In- und Ausland zeigen, dass China stark auf eine globale Energiewende setzt – auch wenn die weitere Entwicklung stark von politischen Rahmenbedingungen und neuen Fünfjahresplänen abhängt.
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